Alzheimer-Gesellschaft Brandenburg e.V.

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Grundlagen über die Ursachen, den Verlauf und Behandlungsmöglichkeiten der Alzheimer-Krankheit.

:: Was ist Demenz - Ursachen

:: Diagnose

:: Verlauf der Alzheimerkrankheit

:: Behandlungsmöglichkeiten

:: Wie können Menschen mit Demenz gefördert werden?

 

 

Was ist Demenz? Was sind ihre Ursachen?

Der Begriff „Demenz“ ist ein Syndrom. Es umfasst bestimmte Symptome; u. a. Einbußen der geistigen Leistungsfähigkeit (insbesondere Gedächtnis), aber auch Veränderungen im Sozialverhalten und der Persönlichkeit. Die Symptome können unterschiedlich stark ausgeprägt sein (leichte, mittelschwere u. schwere Demenz). Sie sind jedoch unspezifisch. Es ist nicht möglich, anhand einzelner Symptome die zugrunde liegende Erkrankung zu bestimmen. Wenn diese Symptome festgestellt werden, müssen Untersuchungen durchgeführt und Befunde erhoben werden, um die Ursache zu ermitteln.

Die häufigste Ursache einer Demenz (ca. 60% aller Demenzerkrankungen) ist die Alzheimerkrankheit. Man bezeichnet diese Form als “Demenz vom Alzheimer-Typ“ (DAT). Die Alzheimerkrankheit ist eine degenerative Erkrankung, bei der Nervenzellen und Strukturen des Gehirns allmählich untergehen, was fortschreitend zu schweren geistigen Leistungseinbußen führt. Die Ursachen und Mechanismen, die zum Untergang der Hirnstrukturen führen, sind noch nicht im Detail bekannt. Es gibt unterschiedliche Hypothesen dazu. Aus mikroskopischen Untersuchungen weiß man, dass sich im Gehirn der Betroffenen Amyloid-Plaques und Neurofibrillenbündel ablagern. Diese Ablagerungen führen dazu, dass die Verbindungsstellen zwischen den Nervenzellen (die Synapsen) und die Nervenzellen selbst zugrunde gehen.

Die zweithäufigste Demenzursache sind Durchblutungsstörungen (ca. 20% aller Demenzerkrankungen). Durch Gefäßverengungen oder -verschlüsse kommt es zu Versorgungsmängeln, die zu einer Schädigung von Nervenzellen führen. Die Folge sind kleine oder größere Hirninfarkte. Wenn viele kleine oder wenige größere Hirninfarkte aufgetreten sind und die Hirnschädigungen ein großes Ausmaß erreicht haben, bildet sich eine Demenz aus. Man bezeichnet sie als „vaskuläre Demenz“; die häufigste Unterform wird Multi-Infarkt-Demenz (MID) genannt.

Zur Gruppe der vaskulären Demenzen zählen noch weitere Unterformen. Die vaskuläre Demenz lässt sich diagnostisch gut von der Demenz vom Alzheimer-Typ abgrenzen. In ca. 10% der Fälle liegt eine Mischform vor.

Darüber hinaus gibt es weitere demenzielle Erkrankungen, die jedoch weitaus seltener sind, wie z. B. die frontotemporale Demenz (FTD) und die Lewy-Körper-Demenz (LBD). Beide werden in den letzten Jahren häufiger als eigene Formen diagnostiziert; vielfach wird jedoch einfach die Verdachtsdiagnose „Morbus Alzheimer“ gestellt. Eine genaue Diagnostik ist jedoch wichtig, da u. a. die Formen unterschiedlich (gut) auf die Gabe von bestimmten Medikamenten ansprechen.

Zu einem geringen Prozentsatz gibt es auch Ursachen für geistige Leistungsbeeinträchtigungen, die erfolgreich behandelt werden können, wenn sie rechtzeitig erkannt werden.
Dazu zählen bestimmte Stoffwechselerkrankungen (z. B. Schilddrüsenunterfunktion), Mangelzustände (Vitamine, Folsäure u. a.) oder unerwünschte Wirkungen bestimmter Medikamente (z. B. Benzodiazepine). Wichtig ist die Abgrenzung einer depressiven Störung, die in der akuten Phase zu erheblichen geistigen Leistungseinschränkungen führen kann (depressive Pseudodemenz).

Es ist deshalb insgesamt sehr wichtig, die genaue Ursache der Leistungsstörungen festzustellen, weil sich die Behandlung nach der zugrunde liegenden Krankheit und nach ihrem Schweregrad richtet.

 

Diagnose

Wie wird die Alzheimer-Krankheit diagnostiziert? Die Alzheimer-Krankheit ist in der Anfangsphase nicht leicht zu diagnostizieren, da sie den Symptomen anderer Erkrankungen gleicht und der Beginn oft sehr schleichend verläuft. Klarheit verschaffen psychiatrische Anamnese und Befunderhebung, internistisch- neurologische Untersuchung, neuropsychologische Diagnostik, Laborwerte und Bildaufnahmen des Gehirns (z. B. Computertomographie).

Sehr wichtig ist die Befragung des Patienten und der Bezugspersonen zur Vorgeschichte und zu den Symptomen. Diese Untersuchungen sind notwendig, um andere Krankheiten als Ursache der Störungen ausschließen zu können.

Die Diagnostik der Demenz vom Alzheimer-Typ umfasst insbesondere:

  • Erhebung der Vorgeschichte und der Krankheitsentwicklung (Patient und Bezugsperson)
  • Psychiatrische Anamnese und Befunderhebung
  • Körperliche (internistisch-neurologisch) Untersuchung
  • Laboruntersuchungen (Blut, Urin, evtl. Liquor)
  • Neuropsychologische Untersuchung zur Prüfung von Gedächtnis, Konzentration, Denken, Rechenfertigkeit, Sprache, Erkennen und Handlungsfähigkeit
  • Apparative Untersuchungen des Gehirns EEG (Elektroenzephalogramm), CT (Computertomographie) oder MRT (Magnetresonanztomographie)
  • Evtl. Zusatzuntersuchungen SPECT (Single-Photonen- Emissions-Computertomographie zur Untersuchung der HInrdurchblutung) und PET (Positronen-Emissions-Tomographie zur Untersuchung des Hirnstoffwechsels)

Mit endgültiger Sicherheit lässt sich die Alzheimer-Krankheit nur durch die Untersuchung des Gehirns nach dem Tod feststellen; die klinische Diagnose gilt trotzdem als sehr zuverlässig und erreicht eine Trefferquote von ca. 90%.

Die Untersuchungen durch einen Facharzt für Psychiatrie und/oder Neurologie bzw. in einer „Gedächtnissprechstunde” einer psychiatrischen Klinik bieten heute die Möglichkeit einer frühzeitigen Diagnose der Alzheimer-Krankheit und damit die Chance eines frühen Eingreifens. Dies ist notwendig, weil bestimmte Medikamente in der frühen und mittleren Phase der Krankheit den Verlauf bremsen oder für eine Weile aufhalten können.

 

Wie verläuft die Alzheimer-Krankheit?

Wie verläuft die Alzheimer-Krankheit? Alzheimer ist eine langsam fortschreitende Krankheit des Gehirns. Es gibt, bei aller Individualität der Menschen und den damit zusammenhängenden Ausprägungen, einige vorhersehbare Krankheitsstadien, die jeder Alzheimerkranke durchlebt. Das Tempo, in dem diese Phasen durchschritten werden, ist jedoch unterschiedlich. Als Faustregel kann gelten, dass Krankheitsfälle, die bisher langsam verlaufen sind, auch langsam fortschreiten.

 

Frühes Stadium:
Die Alzheimer-Krankheit beginnt meist schleichend und verläuft über lange Zeit unbemerkt. Frühe Anzeichen werden oft mit dem Hinweis auf eine „normale Altersvergesslichkeit“ übersehen bzw. nicht ernst genommen. Erst bei erheblichen Veränderungen des Alltags, z. B. bei plötzlichem Krankenhausaufenthalt, beim Tod des Partners oder bei Reisen, wird das wahre Ausmaß der inzwischen erfolgten Einbußen wahrnehmbar.

Im frühen Stadium lassen zunächst logisches Denken, Planungs- und Abstraktionsfähigkeit nach, ferner die Merkfähigkeit, die Konzentration und Aufmerksamkeit. Die Betroffenen haben zunehmend Schwierigkeiten, sich Namen und Orte zu merken. Allmählich verblassen zeitliche und örtliche Orientierung. Erschwert ist auch das Kurz- und Langzeitgedächtnis Die Betroffenen können sich den Inhalt von Gesprächen, von Gelesenem oder von Fernsehsendungen immer schwerer einprägen; sie erinnern sich nicht an kurz zurückliegende Ereignisse, verlegen häufig Gegenstände und suchen danach. Schwierig ist auch das Zurechtfinden in unbekannter Umgebung, z. B. beim Autofahren.

Das Nachlassen des Kurzzeitgedächtnisses zeigt sich daran, dass Sätze wiederholt oder Tätigkeiten noch einmal ausgeführt werden. In der Sprache leiden vor allem die Wortfindung und die Präzision des Ausdrucks. Während einfache Tätigkeiten des Alltags immer noch selbst ausgeführt werden können, wird bei komplizierten Dingen bereits Hilfe benötigt (z. B. Bankkonto, Vertragsabschluss, Bedienung von Maschinen, Einparken).

Da all diese Symptome noch in vollem Ausmaß vom Erkrankten selbst registriert werden, können depressive Verstimmungen, Reizbarkeit und Ratlosigkeit die Folgen sein. Alzheimerkranke im frühen Stadium versuchen häufig ihre Defizite zu überspielen oder zu leugnen. Dies kann soweit gehen, dass Angehörige und Helfer beschuldigt werden, Dinge mit Absicht zu verlegen oder zu stehlen. Häufig geht damit auch ein sozialer Rückzug einher. Selbst gesellige Menschen meiden jetzt Kontakte und ziehen sich unter Ausflüchten zurück. Auch das Interesse an früher gern ausgeübten Tätigkeiten lässt nach, wenn diese als überfordernd erlebt werden.

In dieser Zeit ist eine akzeptierende, unterstützende Umwelt für Menschen mit Demenz wichtig. Pflegende Angehörige schildern diese erste Phase als besonders schwierig und psychisch belastend. Deshalb ist es schon in dieser Zeit wichtig, Unterstützung zu suchen und professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Viele demenzkranke Menschen im frühen Stadium können trotz ihrer Erkrankung noch allein in ihrem Haushalt leben, wenn sie in ein soziales Netz eingebunden sind (z. B. Hilfe im Haushalt und beim Einkaufen, “Essen auf Rädern”, Betreuungsgruppe).

 

Mittleres Stadium:
Die Symptome sind nun so stark ausgeprägt, dass die selbstständige Lebensführung nur noch mit erheblichen Einschränkungen und mit Unterstützung durch andere Menschen möglich ist. Die Betroffenen vergessen die Namen von vertrauten Personen, sie bringen die Tageszeit und das Datum durcheinander und verlieren allmählich das Zeitgefühl ganz. Es kann zu Störungen des Tag- Nacht-Rhythmus kommen. Die örtliche Orientierung ist zunehmend beeinträchtigt, die Betroffenen verlaufen sich außer Haus und finden sich in ihrer Wohnung nicht zurecht.

Die Fähigkeit zur Selbstversorgung verschlechtert sich. Kranke vergessen sich zu waschen, ihre Wäsche oder Kleidung zu wechseln, ziehen sich unpassend an, der Haushalt wird vernachlässigt. Oft wird vergessen, zu essen und zu trinken oder es werden unnötig viele Dinge eingekauft und „gehortet”.

Es kommt zu ausgeprägten Störungen der Sprache. Viele Erkrankte können keine Sätze mehr bilden und wiederholen stereotyp bestimmte Redensarten oder Worte. Die Pflegenden müssen einfache und kurze Mitteilungen verwenden und diese häufig wiederholen, um verstanden zu werden. Auch die Erinnerung an lang zurückliegende Ereignisse verblasst, die Kranken wissen nicht mehr, wen sie geheiratet haben, wie die Kinder heißen und wie alt sie sind.

Der Verlust der Wahrnehmung kann zu Sinnestäuschungen und illusionären Verkennungen führen. Die Betroffenen erleben sich beispielsweise im besten Erwachsenenalter und im Vollbesitz ihrer geistigen und körperlichen Kräfte. Sie suchen ihre Eltern, wollen verreisen oder zur Arbeit gehen. Manche Betroffene sehen nicht vorhandene Personen, erkennen ihre Angehörigen nicht oder erschrecken vor ihrem eigenen Spiegelbild.

Besonders belastend für die Angehörigen sind die schwerwiegenden Änderungen im Verhalten der Kranken. Die Betroffenen sind oft unruhig, laufen ziellos umher und wollen die Wohnung verlassen. Nicht selten treten wahnhafte Überzeugungen auf, z. B. bestohlen, betrogen oder abgeschoben zu sein. Ständige Angst, allein gelassen zu werden oder aggressive Ausbrüche, z. B., wenn Hilfe bei körperlichen Verrichtungen notwendig ist, führen Angehörige oft an die Grenze ihrer Kräfte.

Gegen Ende des mittleren Stadiums kommt es häufig zum Verlust der Kontrolle über die Blasenfunktion (Inkontinenz). In dieser Phase der Erkrankung können die meisten Betroffenen nicht mehr alleine leben.

Leistungen der Pflegeversicherung (Betreuungsgruppen, Betreuung zu Hause, ambulante Pflege, Tagespflege, Kurzzeitpflege oder stationäre Pflege) dienen der Entlastung der Angehörigen.

 

Spätes Stadium:
Im späten Stadium der Erkrankung kommt es zu einem hochgradigen geistigen Abbau. Das Gehirn ist nicht mehr in der Lage, neue Informationen zu speichern, die Sprache beschränkt sich auf wenige Worte oder versiegt völlig. Was dem Demenzerkrankten auch im späten Stadium erhalten bleibt, ist das Gefühlsleben. Stimmungen, Gefühle, Veränderungen im zwischenmenschlichen Bereich werden wahrgenommen. Auch eigene Empfindungen können zum Ausdruck gebracht werden, sind allerdings oft mit Reaktionen gemischt, die schwer verständlich sind.

Die Körperbewegungen zeigen vielfach gleichförmige, fast stereotype Bewegungen wie ständiges Wischen, Reiben oder Nesteln. Die Kranken gehen meist mit kleinen Schritten in vornüber gebeugter Haltung. Es besteht erhöhte Sturzgefahr. Die Erkrankten sind in allen Bereichen des täglichen Lebens auf Hilfe angewiesen. In der Regel geht auch die Kontrolle über die Darmentleerung verloren. Ferner können Probleme beim Essen (Schluckbeschwerden) und Krampfanfälle hinzukommen. Es kommt zu einem Verfall der körperlichen Kräfte, viele Menschen werden bettlägerig. In diesem Stadium kommen pflegende Angehörige nur noch selten ohne professionelle Hilfe aus.

 

Wie kann die Krankheit derzeit behandelt werden?

Wie kann die Alzheimer-Krankheit derzeit behandelt werden? Die medizinischen Behandlungsmöglichkeiten der Alzheimer- Krankheit sind bis heute unbefriedigend. Eine Heilung oder auch nur ein Anhalten des Krankheitsprozesses sind noch nicht möglich. Bislang ist noch kein Medikament gefunden, das den eigentlichen Krankheitsprozess günstig beeinflussen könnte. Es ist jedoch möglich, die weitere Abnahme der Hirnleistungsfähigkeit mit Hilfe von Medikamenten (Antidementiva) zu verzögern. Allerdings helfen diese nicht allen Patienten; dies muss im Einzelfall verantwortungsvoll geprüft werden. Zeigt sich nach längstens einem halben Jahr keine Wirkung, sollte das Medikament abgesetzt werden.

Zurzeit sind zwei Arzneimittelklassen zur Behandlung der Alzheimer- Demenz zugelassen: Cholinesterase-Hemmer und NMDAAntagonisten.
Die Cholinesterase-Hemmer erhöhen die wirksame Konzentration der Überträgersubstanz Acetylcholin im Gehirn, die bei Alzheimerkranken erniedrigt ist. Hierzu gehören Donepezil (Aricept®), Rivastigmin (Exelon®) und Galantamin (Reminyl®). Sie können nicht die zugrunde gegangenen Hirnzellen ersetzen, aber sie können den weiteren Abbau der Gedächtnis- und Denkstörungen verlangsamen.

Ein weiteres Medikament mit einem anderen Wirkansatz, welches für die Behandlung der Alzheimerkrankheit zugelassen ist, ist Memantine (z. B. Axura ®, Ebixa). Memantine ist ein NMDAAntagonist und verhindert die schädlichen Auswirkungen von Glutamat, dem häufigsten erregenden Botenstoff im Gehirn. Als Folge können die Betroffenen geistig aktiver und die Alltagskompetenz verbessert werden.

Weniger spezifische Effekte auf den Stoffwechsel, die nervlichen Übertragungsprozesse oder die Durchblutung im Gehirn haben Nicergolin (z. B. Sermion®), Ergotaminderivate (z. B. Hydergin®), Piracetam (z. B. Normabrain®), Nimodipin (z. B. Nimotop®) und Gingko (z. B. Tebonin®). Aufgrund der aktuellen Studienlage und nicht ausreichend nachgewiesener Wirksamkeit kann für diese Präparate keine allgemeine Empfehlung gegeben werden.

Eine wichtige Rolle spielt darüber hinaus die medikamentöse Behandlung von verschiedenen psychischen Begleitsymptomen der Alzheimerkrankheit, die im Verlauf der Erkrankung auftreten können. Da die Bandbreite der Behandlungsmöglichkeiten hier sehr groß ist, sollen nur die Symptome genannt werden, die durch verschiedene Psychopharmaka günstig beeinflusst werden können.

Hierzu gehören Schlafstörungen, Ängste, depressive Verstimmungszustände, psychische und körperliche Unruhe, Wahnvorstellungen, Halluzinationen und Verwirrtheitszustände.

Im Alltag der Betreuung und Pflege von Menschen mit Demenz sind neben der medizinischen Behandlung aber vor allem soziale und therapeutische Hilfen bedeutsam sowie der wertschätzende Umgang miteinander. Diese Hilfen unterstützen das Wohlbefinden des Erkrankten und stärken das Selbstwertgefühl. Damit können die Erkrankten ihren Alltag besser meistern, schwierige Belastungssituationen können besser bewältigt werden.

 

Wie können Menschen mit Demenz gefördert werden?

Wie können Menschen mit Demenz gefördert werden? Zur Förderung und Erhaltung der Fähigkeiten und Verbesserungen des Wohlbefindens sollten deshalb u. a. folgende soziotherapeutischen Hilfen genutzt werden:

  • Eindeutige Strukturierung der Umgebung:
    Markierungen am Bett (z. B. das eigene große Foto aus Jugendtagen, an das der/die Erkrankte sich noch erinnert, auf dem Nachttisch), an der Toilette (z. B. ein großes Poster mit einem WC auf der Tür) u. a., wenn diese Orte nicht mehr gefunden oder erkannt werden (Merke: die Lesefähigkeit geht im Demenzverlauf verloren, Bilder werden länger erkannt!)
  • Feste Strukturierung der Zeit, so dass Orientierung im Tages- ablauf möglich wird
  • Übertragung einfacher, übersichtlicher Aufgaben, die an die Lebensgeschichte anknüpfen, um Fertigkeiten zu erhalten und das Selbstwertgefühl zu stärken (Merke: Nicht das perfekte Ergebnis ist wichtig, sondern das Tun!)
  • Anpassung der Kommunikation, Vermeiden von zu vielen Reizen, ggf. Vormachen von Handlungen
  • Schaffen positiver Erlebnisse:
    Spaziergänge, Ausflüge zu vertrauen Orten, Zoobesuche, Spiele, gemeinsames Singen, Musizieren u. a.
  • Orientierung im Gespräch bzw. situativ statt "Pauken" von Informationen

Grundregeln zum Umgang mit Alzheimer-Kranken

  1. Wissen über die Krankheit erwerben
  2. Die Krankheit als Tatsache annehmen (der Kranke kann sich nicht ändern)
  3. Den Kranken verstehen
  4. Das eigene Verhalten der Krankheit anpassen
  5. Die äußeren Lebensbedingungen der Krankheit anpassen (Orientierungshilfen; überschaubarer, gleich bleibender Tagesablauf usw.)
  6. Für sich selber (körperlich und psychisch) sorgen

Überarbeitet: November 2009

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